Betriebskosten nicht auf den letzten Drücker abrechnen: Private Vermieter sollten sich jetzt sputen!

Tipps von Haus & Grund Rheinland-Pfalz

Die meisten Vermieter rechnen die Betriebskosten mit ihren Mietern nach dem Kalenderjahr ab. Dann wird es jetzt höchste Zeit, wenn die Abrechnung für das Jahr 2019 noch nicht erfolgt ist. Denn diese muss dem Mieter spätestens am 31. Dezember 2020 vorliegen.

Nur wenig Zeit und viele andere Verpflichtungen

Noch fast zwei Monate – das klingt nach viel Zeit. „Aber vergessen Sie nicht, dass in den Wochen vor dem Jahresende noch eine Menge anderer wichtiger Dinge erledigt werden müssen. Es ist sowieso keine gute Idee, sich erst auf den letzten Drücker um dieses wichtige Thema zu kümmern“, betont Rechtsanwalt Ralf Schönfeld, Verbandsdirektor von Haus & Grund Rheinland-Pfalz.

Keine Nachzahlungen bei Verpassen der Frist

Die Abrechnung rechtzeitig zu liefern ist vor allem deshalb wichtig, weil das Verpassen im Zweifelsfall wirklich teuer werden kann. „Wer die Abrechnung zu spät vorlegt, kann keine Nachzahlungen mehr von den Mietern verlangen“, warnt Schönfeld. Dann bleibt der Vermieter womöglich auf Kosten sitzen, die eigentlich der Mieter hätte übernehmen müssen.

Verspätete Zustellung geht zu Lasten des Vermieters

Es reicht übrigens nicht, die Abrechnung rechtzeitig fertig zu haben. Sie muss auch pünktlich beim Mieter sein. Keine Chance haben vor Gericht Vermieter, die sich darauf berufen, sie hätten die Abrechnung am Silvestertag in den Mieter-Briefkasten eingeworfen, oder die der Post die Schuld an der zu späten Auslieferung geben. „Eine verzögerte Zustellung ist kurz vor Jahresende nicht so ungewöhnlich und geht im Zweifelsfall zu Lasten des Vermieters“, weiß der Verbandsdirektor.

Persönlich übergeben oder einen Boten beauftragen

Schönfeld empfiehlt deshalb dringend, sich möglichst bald zu kümmern. Wer trotzdem erst kurz vor Toresschluss fertig ist, sollte dann zumindest schauen, dass er das Schreiben persönlich übergibt (und sich in jedem Fall den Erhalt quittieren lässt). Es ist auch möglich, einen Boten mit der Zustellung zu beauftragen, die dieser dann bezeugen kann.

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Viele Regeln und eine wertvolle Hilfe

Die Betriebskosten müssen nicht nur pünktlich abgerechnet werden, sondern auch korrekt. Das ist für Laien aufgrund der vielen Regeln, die zu beachten sind, gar nicht so einfach.

Grundvoraussetzung: Die Abrechnung der Betriebskosten muss im Mietvertrag vereinbart sein.

Zudem muss die Abrechnung nachvollziehbar sein.

Was überhaupt umgelegt werden darf und was ausdrücklich nicht (etwa die Kosten für Instandhaltung und Verwaltung), ist klar geregelt.

Verschiedene Kostenpunkte dürfen nicht einfach zusammengefasst werden.

Und es muss nach der tatsächlichen Wohnfläche abgerechnet werden (selbst wenn im Mietvertrag fälschlicherweise eine andere vereinbart wurde).

Merkblatt fasst das Wichtigste zusammen

Haus & Grund Rheinland-Pfalz hilft Vermietern hier den Durchblick zu behalten: Ein ausführliches Merkblatt enthält die wichtigsten Informationen und Regeln rund um die Betriebskosten und ihre Abrechnung. Es kann gegen eine geringe Gebühr über die Homepage des Landesverbands bestellt werden.

Der Kurzlink zur Bestellseite lautet: www.t1p.de/merkblaetter

 

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